Ungehaltene Rede wider den Krieg

Waltraud Pomper

 

 

Die Feministischen Partei DIE FRAUEN. ist eine pazifistische Partei. Wir lehnen Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung ab. Denn Gewalt löst keine Probleme, sie schafft neue, meist noch größere, sie schürt Hass, erzeugt Armut, Krankheit, Elend , Mord und Terror.

Wir leben ein Unterdrückungssystem, dem patriarchalen Kapitalismus. Sein Ziel ist Profitmaximierung. Das kann nur durch Ausbeutung und Unterdrückung erreicht werden. Wie jedes Unterdrückungssystem wird auch dieses mit Gewalt aufrecht erhalten und durchgesetzt - im schlimmsten Fall mit Krieg.

Kriege brechen nicht aus, sie werden vorbereitet mit Militarisierung und Waffenproduktion. Zur Rechtfertigung jeden Krieges wird gelogen. Die Rechtfertigungslügen nehmen immer groteskere Formen an. Da behauptet der Präsident der USA, er wolle sein Volk vor den chemischen, biologischen und atomaren Waffen des Saddam Hussein schützen, indem er den Einsatz der eigenen Atomwaffen androht. Er muss wissen, dass die Folge eine unkontrollierbare Verseuchung der ganzen Erde sein wird. Er muss das wissen und weil er diese tödliche Vergiftung des eigenen Volkes und aller anderen riskiert, muss er wahnsinnig sein. Wahnsinnige müssen gestoppt werden. Nicht nur durch Worte, sondern durch Taten, nämlich Verweigerung, Streik und Boykott. Und wenn unsere rot-grüne Regierung nicht zu Taten bereit ist, dann müssen wir das tun, wir, die Frauen und Männer, wir, das Volk.

Machen wir Schluss mit Rüstung und Militarisierung,
mit Waffenproduktion und Waffenexport,
mit Ausbeutung und Unterdrückung,
mit Rassismus und Sexismus.

Setzen wir uns ein für eine gewaltfreie, zivile, demokratische Gesellschaft, in der das Gemeinwohl an erster Stelle steht und Entscheidungen von Männern und Frauen getroffen werden.

Die Gewalt, die Lüge und der Wahnsinn sind in unserer Gesellschaft so tief verwurzelt, so selbstverständlich, dass Gewalt, Lüge und Wahnsinn schon gar nicht mehr auffallen. Oft genug hat sich der Widerstand erst dann geregt, wenn es wieder mal fast so weit war und die ganz große Kanone abgeschossen werden sollte. Wie wir aus der Vergangenheit wissen, ist es dann zu spät gewesen.

Und so gilt es, den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn, die ganz normalen alltäglichen Lügen, die ganz normalen alltäglichen Gewalttaten zu benennen, mit denen der Krieg vorbereitet wird, mit denen Gewalttätigkeit eingeübt wird, Gewalttätigkeit so verharmlost wird, dass sie ganz normal ist - und in der Regel stark und männlich..

Darum, Männer,
ihr braucht euch gar nicht aufzuregen über den Krieg, denn erst, wenn ihr bereit seid, auf eure Privilegien und Machtposition zu verzichten und gemeinsam mit Frauen an einer gewaltfreien, zivilen, demokratischen Gesellschaft zu arbeiten, hat der Frieden eine Chance.
Aber solange ihr noch die Jungs zu Helden macht und die Mädchen sexualisierter Gewalt aussetzt, wird es Kriege geben.
Solange ihr noch Frauen vergewaltigt und zuhause Frauen und Kinder schlagt oder solche Taten als ,Beziehungstaten" verharmlost, wird es Kriege geben.
Solange ihr nicht den Dienst an der Waffe verweigert und eure Geschlechtsgenossen zur Verweigerung aufruft, wird es Kriege geben.
Solange ihr nicht bereit seid, die Fähigkeiten von Frauen zu akzeptieren,
solange ihr sie festlegt auf ,Kinder, Küche, Sex",
solange wird es immer und überall Krieg geben - Männerkriege.

Und, Frauen,
euer Protest gegen den Krieg wird umsonst sein, es sei denn, ihr hört auf, im Dienste der Männer und ihrer Ideologien zu arbeiten und fangt an, euch auf eure Stärke und auf euch selbst zu besinnen.
Euer Protest gegen den Krieg wird umsonst sein, es sei denn, ihr solidarisiert euch mit anderen Frauen, anstatt auf die Machtspiele der Männer und ihre verlogene Propaganda hereinzufallen.
Euer Protest gegen den Krieg wird umsonst sein, es sei denn, ihr nehmt euer Leben selbst in die Hand und lebt verantwortlich und selbstbestimmt.
Denn alles, was ihr tut oder nicht tut, ist politisches Handeln und kann das gesamte Weltgeschehen verändern und es kann auch Unterdrückungssysteme und Krieg abschaffen.

 

 

 

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03.03.03