P r ä a m b e lDie Feministische Partei DIE FRAUEN stellt die Interessen von Frauen in den Mittelpunkt ihrer Politik. Die wirtschaftliche Lage von Frauen spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Verwirklichung unseres Rechts auf Selbstbestimmung in bezug auf Sexualität, Schwangerschaft und die Wahl unserer Lebensweise.
Wir wollen mehr politische Macht für Frauen. Nicht nur, weil das ein Gebot der Demokratie und der Gerechtigkeit ist - schließlich sind Frauen die Mehrheit -, sondern auch, weil wir der festen Überzeugung sind, dass die bestehende Gesellschaftsordnung - Staat, Produktion, Reproduktion und die Verteilung aller Güter - aus der Sicht von Frauen neu gestaltet werden muss.
Wir versprechen uns von einer Politik von Frauen eine vernünftigere, am Leben und an den Bedürfnissen aller Menschen orientierte Herangehensweise an sämtliche politische Fragen.
Die demokratischen Rechte wie Pressefreiheit, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf politische Einflussnahme durch die Beteiligung an Wahlen werden durch die Repression patriarchaler Strukturen und die ökonomische Macht einer Minderheit ausgehöhlt. In der Wirtschaft und in der Politik entscheiden wenige - meist Männer - allein darüber, was für wen unter welchen Bedingungen produziert und propagiert, geforscht und erfunden wird. Dabei nehmen sie weder Rücksicht auf die elementaren Bedürfnisse aller Menschen - am wenigsten auf die von Frauen - noch auf das menschliche Leben selbst.
Zu der tief verwurzelten patriarchalen Ideologie, von der Überlegenheit der einen Sorte Mensch über die andere: Von der Überlegenheit der Weißen, von der Überlegenheit bestimmter Völker und von der Überlegenheit bestimmter Kulturen und Wertsysteme, gehört auch das patriarchalen Weltbild, in dem Frauen stets eine untergeordnete Rolle zugedacht wird.
Frauen und Männer sind über verschiedene Beziehungsarten emotional - durch Mutter/Sohn-, Schwester/Bruder-, Tochter/Vater- und Frau/Mann-Beziehungen - miteinander verstrickt. Dies ist einer der Gründe dafür, dass der Befreiungskampf der Frauen länger dauert und weniger entschlossen geführt wird als alle anderen Befreiungskämpfe in der Geschichte.
Wir verstehen die Gestaltung einer feministischen Gesellschaftsordnung als einen Entwicklungsprozess, in dem vieles erst neu erfunden werden muss. Eines wissen wir jedoch schon heute: Wir wollen weder auf Kosten anderer Völker noch um den Preis einer zerstörten Natur leben. Wir sind auch nicht dazu bereit, umsonst, unterbezahlt oder ohne soziale Absicherung zu arbeiten.
Bei der Auseinandersetzung um eine herrschaftsfreie Gesellschaft brauchen Feministinnen einen langen Atem, Zorn und Willen zur Macht. Unsere Kraft besteht in unseren Argumenten, in unserer Parteilichkeit für Frauen und Mädchen und in unserer Arbeit, die wir für eigene Interessen einsetzen und anderen verweigern können. Unsere heutigen Aktivitäten sind Grundelemente, auf denen die nach uns kommenden Frauen und Mädchen bauen können, ebenso wie wir auf dem aufbauen, was unsere Mütter, Großmütter, und Urgroßmütter bereits erkämpft haben.