Feministische Partei
DIE FRAUEN


Presseerklärungen 2006

 

Inhaltsverzeichnis
 
07.12.06    Amokläufe und andere Männergewalt
18.11.06    Offener Brief an Mitglieder der Regierung
01.10.06    Gesundheitsreform und ein dickes Ende
01.10.06    Gretchen Dutschke-Klotz wird Unterstützerin der Feministischen Partei DIE FRAUEN
08.03.06    8. März 2006 - Internationaler Frauentag
04.03.06    Offener Brief an den Verteidigungsminister
26.01.06    Zur Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten und Köhlers Familienpolitik
 
 
 


Amokläufe und andere Männergewalt

Wenn Politiker als probates Mittel zur Bekämpfung von so genannter Jugendgewalt ein Verbot der Killerspiele fordern, sehen sie nur das bislang letzte Glied einer Kette von Einflussfaktoren, durch die ein Bübchen zum Amokläufer werden kann", stellt die Bundessprecherinnenrunde der Feministischen Partei DIE FRAUEN fest, " Es wird übersehen, wie konsequent Kinder von Anfang an durch entsprechende Spiele auf die ihnen zugedachten Rollen vorbereitet werden. Für Mädchen gibt es Barbiepuppe und Minibügelbrett, für Jungen Maschinen und das Schießgewehr. Schulbücher, Unterrichtsinhalte und Medien verfestigen diese Rollenklischees. Wenige beklagen es, wenn Mädchen ihre Hausmütterchenspiele in die Tat umsetzen, doch wenn die Knaben ihre Kriegsspiele realisieren, ist das Entsetzen groß. Und immer noch spukt in den Köpfen das Bild des explodierenden Triebdampfers Mann, der aufgrund von Erziehungs- und Betreuungsfehlern ausrastet, Frauen und Kinder prügelt, vergewaltigt und ermordet. Soziologen sprechen dann vom fehlgeleiteten Ausleben der traditionellen Männlichkeit und beklagen die 15 Milliarden Euro jährlich, die das den Staat kostet."

Die Bundessprecherinnenrunde stellt fest: "Unser männlich dominiertes Gesellschaftssystem legitimiert Unterdrückung und unterschiedliche Formen der Gewalt bis hin zum Krieg und erzeugt systematisch Gewaltbereitschaft und Gewalttäter."
Die Bundessprecherinnenrunde fordert die Politikerinnen und Politiker auf,

  • die Verschleuderung von Steuergeldern für die Organisation von Gewalt und Krieg, wie Rüstungsindustrie, Bundeswehr, Auslandseinsätze und nicht zuletzt die Förderung der patriarchalen Ehe durch das Ehegattensplitting sofort zu beenden und
  • sich für eine Gesellschaftsform einzusetzen, in der Frieden und gewaltlose Konfliktbewältigung im Mittelpunkt stehen. Diese ist für die Zukunft aller erstrebenswert und lebensnotwendig. Bei ihrer Verwirklichung haben die Erziehung in der Familie, im Kindergarten, in der Schule und in der Hochschule und die Medien eine zentrale Bedeutung. Hier müssen die enormen freiwerdenden Geldmittel eingesetzt werden.

    Waltraud Pomper, Pressesprecherin

    Waltraud Pomper
    Tegernseer Weg 13a
    83727 Schliersee
    Tel. 08026 - 4179
    Fax: 08026 - 945 99
    e-mail:
    w-pomper@t-online.de


    Im Streit um die Gesundheitsreform und bei dem ausgehandelten Kompromiss ist die Situation derart verfahren, dass sogar aus der Koalition Stimmen laut werden, die einen Neuanfang fordern.
    "Auch wir fordern einen Neuanfang, "erklärt die Bundessprecherinnenrunde der Feministischen Partei DIE FRAUEN, "jedoch einen, der das derzeitige Gesundheitssystem vom Kopf auf die Füße stellt: Statt eines Ansatzes, der die Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des erwerbstätigen Menschen zum Ziel hat und sich an männlichen Bedürfnissen und Normen orientiert, fordern wir die Erforschung und Beseitigung von Krankheitsursachen, wie krankmachende Arbeitsbedingungen, Umweltverschmutzung, die Schädigung durch gefährliche Medikamente, die Folgen gesellschaftlicher Benachteiligung und Unterdrückung auf Frauen.

    Statt eines Ansatzes, der Krankheitssymptome mit Technik und Chemie bekämpft, fordern wir einen ganzheitlichen Ansatz, der eine Selbst- und Mitbestimmung der PatientInnen in Bezug auf alternative Heilmethoden ermöglicht.
    Statt konkurrierender Krankenkassen und steigender Versicherungsbeiträge, die wieder die Armen - in der Regel Frauen und Kinder - hart treffen, fordern wir eine gerechte Verteilung der Krankheitskosten. Alle Bürgerinnen und Bürger müssen in die gesetzliche Krankenversicherung einbezogen werden.

    Weitere Schritte müssen sein:

  • Bekämpfung von Korruption und Lobbyismus auf allen Ebenen des Gesundheitswesens,
  • Konsequente Förderung feministischer Gesundheitsforschung,
  • Gesundheitserziehung in allen Kindergärten, Schulen, in den Medien und der Erwachsenenbildung.

    Waltraud Pomper, Pressesprecherin

    Waltraud Pomper
    Tegernseer Weg 13a
    83727 Schliersee
    Tel. 08026 - 4179
    Fax: 08026 - 945 99
    e-mail:
    w-pomper@t-online.de


    Nachdem vor kurzem Jane Fonda die Schirmherrschaft über die schwedische Feministische Partei übernommen hat, ist es auch der Feministischen Partei DIE FRAUEN gelungen, eine prominente Amerikanerin als Unterstützerin zu gewinnen. Im Rahmen des 2. Bremer Sozialforums sagte Gretchen Dutschke-Klotz spontan zu, die Feministische Partei zu unterstützen. "Wir freuen uns sehr darüber", erklärt die Bundessprecherinnenrunde, "mit Gretchen Dutschke-Klotz haben wir die bekennende Feministin gefunden, die wir uns gewünscht haben." Die Witwe von Rudi Dutschke hat vielfältige Beziehungen zu Deutschland; sie spricht fließend Deutsch, ihr Sohn lebt in Berlin. Sie ist langjähriges Mitglied in der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit.

    Im Gegensatz zu Deutschland hat der Begriff "Feminismus" in allen europäischen Ländern und auch in den USA einen guten Klang. In Schweden z.B. würde kein Minister auf die Idee kommen zu sagen, er sei kein Feminist. Viele Politiker haben begriffen, dass Feministinnen das Ziel verfolgen, eine herrschaftsfreie Gesellschaft ohne Gewalt zu verwirklichen.

    Die Feministische Partei DIE FRAUEN arbeitet zurzeit intensiv an ihrem Programm, um auch in Deutschland den Begriff "Feminismus" positiv zu besetzen. Auf der Bundesmitfrauenversammlung am 11. und 12. November 2006 in Kassel soll das "Feministische Manifest" beschlossen werden, in dem die Partei in 10 Punkten ihre Zukunftsvorstellungen darlegt.

    Waltraud Pomper, Pressesprecherin

    Waltraud Pomper
    Tegernseer Weg 13a
    83727 Schliersee
    Tel. 08026 - 4179
    Fax: 08026 - 945 99
    e-mail:
    w-pomper@t-online.de


    Die Bundessprecherinnen der Feministischen Partei DIE FRAUEN haben die frauenpolitischen Ansätze in den Koalitionsvereinbarungen der großen Koalition zur Kenntnis genommen und erwarten, dass diese konkretisiert und schnell umgesetzt werden. Allerdings können sie nur ein Anfang sein. Wir erwarten von einer Bundeskanzlerin, dass sie weitgreifende und wirkungsvolle Maßnahmen realisiert, mit denen die skandalöse Benachteiligung von Frauen endlich beseitigt wird.

    So sind auf den höheren Ebenen der Macht nach wie vor Frauen kaum vertreten - durch ein verbindliches Antidiskrimierungsgesetz sollte dieser undemokratische und ungerechte Zustand beendet werden!
    So ist der gleiche Lohn für gleichwertige Arbeit nach wie vor nicht selbstverständlich.. Wir fordern nicht nur dies, sondern darüber hinaus die Abschaffung der unbezahlten Erziehungs- und Betreuungsarbeit, deren Professionalisierung und existenzsichernde Bezahlung. Damit könnte die Arbeitslosigkeit entscheidend gesenkt werden!
    So sind Frauen nach wie vor massiv sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Wir fordern deren Abschaffung. Gerade im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft würde es der Bundeskanzlerin gut anstehen, sich an die Spitze der verschiedenen Aktionen gegen Zwangsprostitution und Frauenhandel zu stellen. Prostitution ist mit der Würde und dem Wert des Menschen unvereinbar. Freier sollten damit rechnen müssen, in Kürze bestraft zu werden, weil sich die Bundeskanzlerin für ein entsprechendes Gesetz einsetzen wird.
    So sind Frauen nach wie vor mehrheitlich arm und von den Kürzungen im sozialen Bereich besonders betroffen. Wir fordern das Recht auf ein existenzsicherndes Grundeinkommen, das ein Leben in Würde und die volle Teilhabe am politischen, sozialen und gesellschaftlichen Leben ermöglicht.
    Die Mittel für diese Maßnahmen können durch eine Steuerreform aufgebracht werden, die insbesondere große Vermögen belastet.

    Waltraud Pomper, Pressesprecherin

    Waltraud Pomper
    Tegernseer Weg 13a
    83727 Schliersee
    Tel. 08026 - 4179
    Fax: 08026 - 945 99
    e-mail:
    w-pomper@t-online.de


    mit Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie ein Ehrenmal für Bundeswehr-Soldaten planen, die bei Auslandseinsätzen ums Leben gekommen sind: ein "Ehrenmal für Gefallene", denen ein "angemessenes ehrendes Gedenken" zu widmen sei.

    Wir fordern Sie auf, diesen Plan fallen zu lassen.

    Abgesehen davon, dass das Wort "Gefallene" eine euphemistische Umschreibung ist für eine Person, die in einem Krieg ermordet wurde, ist nicht bekannt, wie viele Personen der Ermordete seinerseits auf dem Gewissen hat, denn schließlich ging er ja bewaffnet, freiwillig und auch gut bezahlt in ein Land, um diese Waffe zu gebrauchen. An diesem Verhalten finden wir nichts, das der Ehre wert wäre.

    Vielmehr würden wir uns ein angemessenes Gedenken für die Frauen und Kinder wünschen, die in Kriegen vergewaltigt und ermordet wurden, unbewaffnet und oft genug von denselben Soldaten, deren Ehrenmale in jedem Ort zu finden sind. Außerdem erwarten wir von einem Verteidigungsminister, dass er "Auslandseinsätze", wie Kriege verharmlosend genannt werden, verhindert und dass er Pläne entwickelt, mit deren Hilfe Probleme gewaltfrei gelöst werden können.

    Waltraud Pomper, Pressesprecherin

    Waltraud Pomper
    Tegernseer Weg 13a
    83727 Schliersee
    Tel. 08026 - 4179
    Fax: 08026 - 945 99
    e-mail:
    w-pomper@t-online.de


    Bundespräsident fordert einen Abschied vom traditionellen Rollenverständnis zwischen Mann und Frau," stellt die Bundessprecherinnenrunde der Feministischen Partei DIE FRAUEN fest. "Das dient allerdings nur den Familien, die Steuern zahlen. Den armen Familien und Alleinerziehenden nützen diese Maßnahmen nichts. Die Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit wird auch eher gering ausfallen, denn es gibt zu wenige Erwerbsarbeitsplätze. Bei deren Vergabe werden immer noch Männer bevorzugt, während Frauen Erziehungs- und Betreuungsarbeit umsonst leisten. Es gibt auch zu wenige Kinderbetreuungseinrichtungen, die den Bedürfnissen der Kinder und ihren Eltern gerecht werden. Schließlich wird völlig übersehen, dass Frauen nicht nur benachteiligt werden, wenn sie Mütter sind und ihre Kinder selbst betreuen, sondern lebenslang."

    Die Feministische Partei DIE FRAUEN setzt sich dafür ein,

  • dass jedem Kind ab vollendetem ersten Lebensjahr kostenlose Betreuung durch pädagogisches Fachpersonal garantiert wird,
  • dass die vorhandene Erwerbsarbeit durch Arbeitszeitverkürzung umverteilt wird,
  • dass Betreuungs- und Erziehungsarbeit professionalisiert und existenzsichernd bezahlt wird,
  • dass jede Person unabhängig von der Erwerbsarbeit ein existenzsicherndes Grundeinkommen hat, das ein Leben in Würde garantiert.

    Wir wissen, dass die Realisierung dieser Forderungen eine grundlegende Veränderung des derzeitigen Gesellschafts-, Wirtschafts- und Finanzpolitik voraussetzt. Ein wirksames Antidiskriminierungsgesetz und die Abschaffung des Ehegattensplittings wären hier erste Schritte.

    Waltraud Pomper, Pressesprecherin

    Waltraud Pomper
    Tegernseer Weg 13a
    83727 Schliersee
    Tel. 08026 - 4179
    Fax: 08026 - 945 99
    e-mail:
    w-pomper@t-online.de


  • Logo

    Zurück zur Startseite / Back to the homepage

    internet@feministischepartei.de

    03.04.08