mit Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie ein Ehrenmal für Bundeswehr-Soldaten planen, die bei Auslandseinsätzen ums Leben gekommen sind: ein "Ehrenmal für Gefallene", denen ein "angemessenes ehrendes Gedenken" zu widmen sei.
Wir fordern Sie auf, diesen Plan fallen zu lassen.
Abgesehen davon, dass das Wort "Gefallene" eine euphemistische Umschreibung ist für eine Person, die in einem Krieg ermordet wurde, ist nicht bekannt, wie viele Personen der Ermordete seinerseits auf dem Gewissen hat, denn schließlich ging er ja bewaffnet, freiwillig und auch gut bezahlt in ein Land, um diese Waffe zu gebrauchen. An diesem Verhalten finden wir nichts, das der Ehre wert wäre.
Vielmehr würden wir uns ein angemessenes Gedenken für die Frauen und Kinder wünschen, die in Kriegen vergewaltigt und ermordet wurden, unbewaffnet und oft genug von denselben Soldaten, deren Ehrenmale in jedem Ort zu finden sind.
Außerdem erwarten wir von einem Verteidigungsminister, dass er "Auslandseinsätze", wie Kriege verharmlosend genannt werden, verhindert und dass er Pläne entwickelt, mit deren Hilfe Probleme gewaltfrei gelöst werden können.
Waltraud Pomper, Pressesprecherin
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